Frister/Lindemann/Peters, Arztstrafrecht

Arztstrafrecht
Frister/Lindemann/Peters
1. Auflage, 2011, 415 Seiten
C.H. Beck, ISBN: 978-3-406-61962-5
€ 54,–

Das Buch „Arztstrafrecht“ von Frister/Lindemann/Peters ist 2011 in der ersten Auflage im
C.H. Beck Verlag in der Reihe „Medizinrecht“ erschienen. Optisch hat es ein ansprechendes
blau/weiß/gelbes Design und ist im Vergleich zu anderer Literatur aus diesem Fachbereich
mit 415 Seiten eher handlich. Insgesamt soll das Werk ein breites Publikum ansprechen, da es
laut Klappentext sowohl für Juristen, Mediziner als auch für alle sonstigen Interessierten
konzipiert ist. Inhaltlich ist der Stoff in vier Kapitel gegliedert, welche ihrerseits drei bis fünf
Unterpunkte umfassen. Dabei werden in dem ersten Kapitel „Strafbewehrtes Verhalten im
Rahmen von Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ beispielsweise zentrale Themen wie die
Körperverletzung, die Einwilligung oder die Sterbehilfe in ihren Varianten behandelt; darauf
folgen im zweiten Kapitel „Wirtschaftsstraftaten im Gesundheitswesen“ der Betrug, die
Untreue und die Korruptionsdelikte; hieran schließen sich im dritten Kapitel „Verteidigung
und Verteidigungsstrategien im Arztstrafverfahren“ die Abläufe vom ersten Kontakt mit dem
Mandanten, bis hin zum Erhalt der Akte, an. Zuletzt im vierten Kapitel „Berufsverbot (§ 70
StGB) und außerstrafrechtliche Folgen strafbewehrten ärztlichen Fehlverhaltens“ werden also
die Konsequenzen, die sich für Ärzte ergeben, die straffällig geworden sind, behandelt. Dabei
wird unter anderem der Aspekt von vertragsarztrechtlichen Folgeverfahren beleuchtet.Wie die
kurze Darstellung der Themenkomplexe zeigt, werden hier die zentralen Punkte behandelt,
die im deliktischen Bereich im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit auftreten können. Darüber
hinaus werden aber auch Einblicke in die Verteidigung gegeben und schließlich zu den
Folgen, die sich ergeben können. Somit erhält der Leser ein „Komplettpaket“.
Diese Rezension ist aus studentischer Sicht geschrieben. Das Arztstrafrecht zählt nicht zu dem
Pflichtfachstoff, welcher für das erste Staatsexamen benötigt wird. Jedoch besteht die
Möglichkeit, im Rahmen des Schwerpunktes, eine entsprechende Vorlesung zu besuchen.
Somit gehören Studenten nur bedingt zu der entsprechenden Zielgruppe, da es sich bei dem
Buch, wie durch den Aufbau soeben gezeigt, um kein klassisches Lehrbuch in dem Sinne
handelt.Grundsätzlich wird dem Aufbau gefolgt, dass zunächst der entsprechende Paragraph
abgedruckt wird, welcher für den Problemkreis relevant ist und im Anschluss hieran sich mit
den Tatbestandsmerkmalen bzw. den relevanten Punkten auseinandergesetzt wird. Dies
erleichtert den Lesefluss enorm; nicht nur für den juristischen Laien ist es angenehm den
Gesetzestext direkt präsent zu haben und nicht erst nachschlagen zu müssen.
Insgesamt ist das Buch flüssig lesbar und durch seine inhaltliche Konzeption ist es spannend
für den Leser, dem jeweiligen Thema zu folgen. Gerade für die Arbeit zu der
Schwerpunktvorlesung eignet sich das Werk sehr gut, da es durch seine Unkompliziertheit,
die keinesfalls mit Anspruchslosigkeit gleichzusetzen ist, das Nachlesen und Nacharbeiten gut
ermöglicht. Gerade in diesem Fachbereich sind viele Grundlagen aus dem Bereich des
Allgemeinen Teils des Strafrechts notwendig. Hierdurch ergibt sich ein guter
Wiederholungseffekt. Ebenfalls ist es interessant, über den „Universitären-Tellerrand“ zu
blicken und Verteidigungsstrategien kennenzulernen. Ebenso wird durch das letzte Kapitel
eine gute Verknüpfung auch mit anderen Rechtsgebieten hergestellt.
Der einzige Wermutstropfen ist, dass es sich bei „Arztstrafrecht“ um kein klassisches
Lehrbuch, sondern um ein Fachbuch z.T. auch für die Praxis handelt, wodurch es mit 54 Euro
für den normalen Studenten relativ teuer ist. Ansonsten kann für das Buch nur eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Sabine

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